Presse-Information: 70. ordentliche Generalversammlung



WZG auf Wachstumskurs

Das Gesamtmarktvolumen für Wein in Deutschland war 2018 zum zwölften Mal in Folge rückläufig. Bei einem mengenmäßigen Rückgang von - 3,3 % war die wertmäßige Entwicklung mit + 0,7 % allerdings leicht positiv. Deutsche Weine haben beim Absatz leicht überproportional verloren, konnten jedoch wertmäßig überdurchschnittlich zulegen und damit  im fallenden Markt ihre Marktanteile halten.

Der Weinmarkt

Nach den aktuellen Schätzungen der OIV ist die Lücke zwischen weltweiter Weinerzeugung und Weinkonsum von historischer Dimension. So blieb zwar die bestockte Rebfläche sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb Europas weitgehend stabil, aber die weltweite Weinerzeugung stieg nach der kleinen Ernte 2017 um 17,0 % auf 292,3 Mio. hl. Der Konsum macht dagegen keine entscheidenden Fortschritte. Die OIV sieht bei den bedeutenden Verbraucherländern mit einem Konsum von mehr als 10 Mio. hl p. a. nur noch in den USA, Russland und Spanien ein geringes Wachstum, weltweit dagegen einen leichten Rückgang.  Weltweit klaffen Produktion und Konsum rund 46,3 Mio. hl auseinander. In Europa beträgt die Differenz rund 55,9 Mio. hl.

Nach den Marktforschungsdaten der GfK haben deutsche Weine im mengenmäßig rückläufigen Gesamtmarkt etwas schlechter abgeschnitten als die internationale Konkurrenz. Der mengenmäßige Rückgang deutscher Weine betrug - 3,9 %, dem steht allerdings ein wertmäßiges Plus von + 1,4 % gegenüber.

Der Durchschnittspreis aller im Lebensmittelhandel gekauften Weine ist im Vergleich zu 2017 um + 5,9 % auf 2,32 EUR je 0,75-l-Flasche gestiegen. Für deutsche Weine wurden durchschnittlich 2,54 EUR je 0,75-l-Flasche und damit 18 Cent mehr ausgegeben. Für Württemberger Weine wurden 2018 durchschnittlich 3,06 EUR je 0,75-l-Flasche (2017: 2,99 EUR) bezahlt. Insgesamt hat sich der Preisabstand zwischen Württemberger Weinen und den großen deutschen Anbaugebieten weiter verringert.

Absatzentwicklung

Die Absatzentwicklung der WZG war 2018 zum einen durch Absatzverschiebungen zwischen WZG und Primärgenossenschaften aufgrund einer veränderten Aktionspolitik unserer Kunden und zum anderen von rückläufigen Discountabsätzen sowie einem erneut schwachen Jahresendgeschäft geprägt. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich ein Absatzzuwachs von 930.558 Liter bzw. + 3,4 %auf28,32 Mio.Liter. Im WZG-Eigengeschäft erhöhte sich der Absatz um + 1,69 Mio. Liter bzw. + 10,0 %auf 18,52 Mio.Liter. Das Absatzverhältnis imFlaschenweingeschäft der WZG beläuft sich aktuell auf 77 % Rotwein und 23 % Weißwein. Für das laufenden Kalenderjahr planen wir weiter steigende Absatzmengen.

Der Absatz von WZG-Weinen außerhalb Württembergs liegt nunmehr bei 62 %. Von den Weinen der Primärgenossenschaften, die im LEH vermarktet werden, finden 26,5 % außerhalb Württembergs ihren Weg zu den Verbrauchern.

Die Absatzentwicklung unserer Markenlinien war auch 2018 wieder die Basis für eine positive Gesamtentwicklung. Die sieben Rebsortenweine des Nationalen Rebsortensortimentes haben auf hohem Niveau noch einmal deutlich zugelegt. Der Gesamtabsatz hat sich bei stabilen Durchschnittserlösen um rund 340.000 Flaschen bzw. + 7,6 % auf nunmehr 4,81 Mio. Flaschen erhöht. Aktuell liegt der Absatz + 160.000 Flaschen bzw. + 11,8 % über dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2019 gehen wir von einem Gesamtabsatz von 4,91 Mio. Flaschen aus.

Unsere Serie Württemberg Edition Gourmetkonnte die positive Entwicklung des Vorjahres fortsetzen. Mit einem Absatzplus von rund + 112.000 Flaschen bzw. + 18,2 % wurden erstmals knapp 730.000 Flaschen vermarktet. Leistungsträger sind in dieser Serie die Produkte Blanc de Noir, Pinot Meunier Rosé, Chardonnay sowie der Rivaner alkoholfrei. In den ersten 4 Monatendes laufenden Geschäftsjahres liegen wir aufgrund von Aktionsverschiebungen zwar noch knapp 20.000 Flaschen bzw. 7,4 % zurück, für das Gesamtjahr planen wir jedoch einen Gesamtabsatz von rund 842.000 Flaschen.

Unsere Produktlinie SÜSS & FRUCHTIG aus den Rebsorten Riesling, Trollinger Rosé und Samtrot bestätigte 2018 erneut ihre Ausnahmeposition im Marktsegment für süße Weine. Nach 2,28 Mio. Flaschen im Jahr 2016 und 2,38 Mio. Flaschen in 2017 konnten im abgelaufenen Jahr 2,88 Mio. Flaschen vermarktet werden. Dies ist noch einmal ein Zuwachs von + 500.000 Flaschen bzw. eine Steigerung um + 21,0 %. Im laufenden Jahr verzeichnen wir in den ersten vier Monaten mit einem Zuwachs von + 24.000 Flaschen ebenfalls ein Plus von + 2,6 %. Unser Jahresziel liegt bei 2,97 Mio. Flaschen und damit einem Absatzplus von + 3,2 %. Zusätzlich rechnen wir noch mit einem Absatz von ca. 200.000 Einheiten in 0,25-l-Flaschen.

Mit Rosé Royal vermarkten wir das erste von allen Württembergischen Weingärtnergenossenschaften gemeinschaftlich unter der neuen Dachmarke "Weinheimat Württemberg" geschaffene Produkt. Als Solitär richtet sich dieses Produkt in erster Linie an die modernen Frauen von heute mit einem klassischen Roséwein-Konsumentenprofil. 2017 wurden bei der Einführung auf Anhieb 65.000 Flaschen vermarktet, und es gelang überraschend schnell, im LEH Fuß zu fassen. In 2018 konnte der Absatz mit 145.000 Flaschen mehr als verdoppelt werden. Die Planmenge für 2019 liegt bei 200.000 Flaschen bzw. einem Plus von + 38,0 %. Im ersten Tertial 2019 liegen wir voll im Zielkorridor. 

Hauptumsatzträger blieb jedoch auch im Jahr 2018 die Literflasche mit rund 54 % der Absatzmenge. Das Rot-/Weißverhältnis hat sich analog des Markttrends Richtung Weißwein entwickelt und belief sich 2018 auf 77 % Rotgewächse und 23 % Weißwein.

Umsatzentwicklung

Die von unserem Hause verantworteten Umsätze haben sich 2018 um + 2,6 % auf insgesamt 88,48 Mio. EUR erhöht. Im WZG-Eigengeschäft stiegen die Umsätze um + 7,4 % auf 54,75 Mio. EUR. Die Umsätze unserer Primärgenossenschaften im LEH gingen durch die bereits beschriebenen Verschiebungen um – 4,3 % auf 33,73 Mio. EUR zurück. Die Umsätze haben sich damit bei den Primär-genossenschaften etwas günstiger als der Absatz des gleichen Zeitraumes entwickelt.

In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres liegen Absatz und Umsatz leicht über den starken Vorjahreswerten und im Rahmen unserer Jahresplanung. Damit sind wir endgültig wieder zurück auf dem Wachstumspfad.

Bilanzstruktur

Das Anlagevermögen beträgt 12,3 Mio. EUR und hat sich um 0,9 Mio. EUR reduziert. Die Investitionen liegen mit 0,5 Mio. EUR leicht unter Vorjahr. Der Wert der Weinbestände beträgt 38,4 Mio. EUR und liegt aufgrund des höheren Weinbestandes zum Bilanzstichtag über dem Vorjahreswert. Die Forderungen belaufen sich auf 15,0 Mio. EUR und haben sich gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. EUR erhöht. Die Bilanzsumme ist bestandsbedingt auf 76,9 Mio. EUR angestiegen.

Auf der Passivseite konnte das Eigenkapital weiter gestärkt werden. Es beträgt nunmehr 30,1 Mio. EUR und liegt 0,4 Mio. EUR über dem Vorjahr. Der Bilanzgewinn in Höhe von 392.000 EUR ist darin enthalten.

Die Summe der Rückstellungen und Verbindlichkeiten beträgt 46,8 Mio. EUR und liegt stichtagsbedingt 4,7 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Die Weingeldzahlungen erfolgten wie bisher vierteljährlich, das Gesamtauszahlungsvolumen lag nahezu auf Vorjahreshöhe und leicht über dem Planwert. Die Durchschnittserlöse konnten leicht gesteigert werden. Die Perspektiven für eine verlässliche und konstante Auszahlungsleistung sind damit positiv.

Die Vermögens- und Finanzlage sind geordnet.

Weinherbst 2018

Nach der historisch niedrigen Ernte 2017 und den zum Teil weinbaulich wie oenologisch schwierigen Jahrgängen der letzten Jahre war das Vegetationsjahr 2018 für die Weingärtner in Württemberg eher ein entspanntes Jahr, das auch wieder positive Zukunftsperspektiven brachte. Gut gefüllte Grundwasserspeicher, eine Frostperiode mit Vegetationsruhe und ein trockenes, warmes Frühjahr boten gute Startbedingungen für die Rebenentwicklung. Der Austrieb erfolgte im langjährigen Mittel und ohne nennenswerte Schäden. Die anhaltend trockene und sehr warme Witterung sorgte für eine zügige Rebenblüte und ermöglichte eine termingerechte Durchführung aller Pflege- und Kulturmaßnahmen.

Die mediterranen Witterungsverhältnisse in den Sommermonaten mit zahlreichen meteorologischen Rekordwerten sorgten für ein schnell voranschreitendes Wachstum trotz teilweise vorhandener Trockenstresssymptome. Bereits Ende Juli zeichnete sich ein extrem früher Erntebeginn ab. Im Remstal startete die Herbstkampagne 2018 bereits am 15. August, und auch bei der WZG begann die Lese Ende August so früh wie noch nie. Die großen Reifeunterschiede machten die Leseplanung zwar zu einer Herausforderung, und auch die Erzeugung marktkonformer, aromaintensiver, frischer und bekömmlicher Weine war angesichts der schnell ansteigenden Mostgewichte und den daraus resultierenden hohen Alkoholgehalten nicht einfach. Am Ende wurden die Weingärtner jedoch mit einer qualitativ und quantitativ herausragenden Ernte belohnt.

Die Gesamteinlagerungsmenge der WZG belief sich auf 24,04 Mio. Liter und liegt damit 54,8 % über dem Vorjahr und 30,2 % über dem 10-jährigen Mittel. Auf Rotweine entfielen 73,3 %, Weißweine hatten einen Anteil von 25,2 %, und auf Schillerweine entfielen 1,5 % der Einlagerungsmenge. Mit 86,8 °Oechsle lag das Durchschnittsmostgewicht 7,5 °Oechsle über dem Vorgängerjahrgang bei jedoch deutlich niedrigeren Gesamtsäurewerten. 46,8 % wurden als Qualitätswein eingelagert, 30,6 % als Kabinettwein und 16,5 % als Spätlese sowie 6,1 % als Auslesen.

Zukunftssicherung

2019 liegt unser Fokus auf der systematischen Weiterentwicklung der Produktattraktivität unserer erfolgreichen Markensortimente, um unsere gute Marktposition weiter auszubauen und zu festigen.

Mit der Installation eines neuen Vertriebs-informationssystems erweitern wir das umfassende Service- und Betreuungsangebot für unsere Kunden und ermöglichen unserem Außendienst eine noch intensivere und zielgerichtete Beratung. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Durchsetzung unserer Sortimente im Lebens-mittelhandel und zur Verbesserung unserer Distribution im Rahmen der konsequenten Erschließungder Absatzmärkte außerhalb Baden-Württembergs.

Gemeinsam mit unseren Mitgliedsgenossenschaften arbeiten wir zielorientiert an einer zeitgemäßen Weiterentwicklung der gemeinsamen Vertriebsorganisation, um die Beratung und Betreuung des Lebensmittelhandels im Kerngebiet insbesondere unter den Aspekten Regionalität und Herkunft weiter zu optimieren und die Präsenz der genossenschaftlichen Weine im Handel weiter zu erhöhen.

WSG Möglingen

In der konsolidierten Bilanz sind die Geschäfts-felder Flaschenreinigung, EDV- und Verwaltungsdienstleistungen, Neuglashandel und Sektgrundweinhandel zusammengefasst. Der Umsatz liegt mit 13,9 Mio. EUR rund 14 % über dem Vorjahr. Das positive Ergebnis wird maßgeblich durch das Kerngeschäft Flaschenreinigung und -sortierung sowie EDV- und Verwaltungsdienstleistungen erwirtschaftet.

Die Geschäftsbereiche Neuglas- und Sektgrundweinhandel sind von strategischer Bedeutung. Mit 35,9 Mio. gespülten und sortierten Flaschen hat die Spültätigkeit gegenüber dem Vorjahr um 7,4 % zugenommen. Die deutliche Zunahme von Fehlflaschen im Leergut hat die Ausschussquote bedauerlicherweise weiter nach oben getrieben. Für das Jahr 2019 erwarten wir einen leichten Rückgang der Spülmengen. 

Das Bilanzergebnis beläuft sich auf 300.000 EUR und hat sich ausschließlich aufgrund der höheren Ausschussquote gegenüber dem Vorjahr signifikant reduziert.

Schlussbetrachtung

Unsere Absatzmärkte bleiben nach wie vor extrem schwierig. Sie sind kundenseitig geprägt von rückläufigen Käuferreichweiten, einem tendenziell kritischerem Umgang mit Alkohol durch Politik, Gesellschaft und Konsumenten sowie der Grundproblematik zurückgehender Nachfragemengen auf allen Nahrungsmittelmärkten. Gleichzeitig nehmen Konzentration und Nachfragemacht unserer Absatzmittler weiter zu. Auf der Anbieterseite hat sich das weltweite Überangebot durch große Ernten wieder erhöht. Die fortschreitende Internationalisierung des Angebotes erhöht den Marktdruck und führt im Ergebnis zu einem spürbar aggressiveren Verdrängungswettbewerb.

Den Kopf in den Sand zu stecken oder gar zu resignieren hilft weder uns noch unseren Mitgliedsgenossenschaften und schon gar nicht unseren Erzeugern weiter. Wir müssen uns im Gegenteil der Herausforderung stellen und weiter gemeinsam und mit aller Kraft an der Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten, um den notwendigen betriebswirtschaftlichen Erfolg zu sichern und den genossenschaftlichen Förderauftrag zu erfüllen. Die WZG ist und bleibt in diesem Prozess nicht nur ein leistungsfähiger und verlässlicher Dienstleister, sondern für Sie auch ein berechenbarer und attraktiver Partner.

Mit guten Produkten, erfolgreichen Marken, unserem professionellen Key-Account-Management und einer leistungsfähigen Vertriebsorganisation sowie nicht zuletzt unserer Innovationsstärke sehen wir uns bestens gerüstet, um auf die Herausforderungen des Marktes die richtigen Antworten zu finden.

 

Für weitere Informationen:

Dieter Weidmann, Tel. 07141 4866-65

Wolfgang Ziegelbauer, Tel. 07141 4866-22
 

Möglingen, 23. Mai 2019