Weinlehrpfad Ludwigsburg
Getreu der Zielsetzung „Blühendes Barock“ war die grandiose Gartenanlage am Ludwigsburger Schloss bislang beherrscht von floralen Schönheiten, die in erster Linie die Augen der Besucher erfreuen sollten. Selbst am Weinberghäusle über dem Schüssele-See dominierten Tulpen, Stiefmütterchen und andere blühende Anmut. Dem Wein, der mit seinem Bukett erst nach der Reife im Fass und auf der Flasche die Sinne erquickt, wurde jetzt aber auch ein kleines Reservat in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses eingerichtet. Ein Schauweinberg mit 30 Rebsorten soll dort Ludwigsburgs vielfältige Beziehung zum Wein dokumentieren. Dabei wird auf historisch nachempfundenen Terrassen mit soliden Sandsteinmauern zugleich vor Augen geführt, dass ökologischer Weinbau gar keine Erfindung unserer Tage ist. Neben Gehölzen aus südlichen Gefilden wie Zitronen- und Feigenbäumen sprießen unter und neben den Rebstöcken Wildtulpe, Milchstern, Weinberglauch, Salbei, Thymian und Lavendel. So kann der Gast im „Blühenden Barock“ nun auch einiges über naturgerechte Symbiose im Weinberg erfahren, auf Schautafeln Weinhistorie studieren und zudem Reben kennen lernen, deren Namen er sonst nur noch in alten Chroniken wieder finden würde. Dass es aber beim Lehr(spazier)gang nicht nur bei der Anschaulichkeit bleibt, dafür sind Proben gedacht, die am restaurierten Weinberghäusle eine konkrete Empfindung vermitteln von dem, was heute in den Rebgärten des Landes gedeiht, das weiland von Ludwigsburg aus regiert wurde.
zurück
|