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Dreifacher Erfolg für die WZG bei „Vinalies Internationales 2012“

Die „Vinalies Internationales“ zählen zu den größten und renommiertesten Weinwettbewerben Frankreichs und werden vom französischen Önologenverband ausgerichtet. Am diesjährigen Wettbewerb nahmen Anfang März rund 3.000 Weine aus aller Welt teil. Die Weine wurden durch eine internationale Fachjury verkostet. Die deutschen Teilnehmer errangen drei Gold- und 15 Silbermedaillen. Die erfolgreichste Genossenschaft war die WZG mit drei Medaillen.

Eine Goldmedaille vergab die Jury an den

2010er Helfenberger Schlossberg
Cabernet Dorsa Beerenauslese


Mit einer Silbermedaille wurden prämiert:

2008er Erligheimer Lerchenberg
Lemberger QbA trocken - im Barrique gereift -

2009er Pfaffenhofener Hohenberg
Spätburgunder Weißherbst Eiswein

Dieses Ergebnis spiegelt das hohe Qualitätsstreben und das erreichte Qualitätsniveau wider und zeigt, dass die WZG im internationalen Wettbewerb mithalten kann.



WZG stellt 1. Vizepräsident beim UIOE

Edmund J. Diesler zum 1. Vizepräsidenten des Internationalen Oenologenverbandes (UIOE) gewählt

Edmund Diesler, Vorstand Produktion und Oenologie der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen und seit 10 Jahren Präsident des Deutschen Oenologenverbandes BDO, wurde anlässlich der Generalversammlung des Internationalen Oenologenverbandes am 12. Dezember 2011 in Paris zum 1. Vizepräsidenten gewählt. Diese Wahl ist auch Ausdruck der Qualität und der internationalen Wertschätzung des Berufstandes und der Oenologenausbildung in Deutschland.

Der Internationale Oenologenverband UIOE (Union Internationale des Œnologues) vertritt weltweit 10.000 Oenologen aus 18 Mitgliedsländern.

Der Franzose Serge Dubois wurde bei dieser Generalversammlung in seinem Amt als Präsident des Verbandes bestätigt. Neben Serge Dubois und Edmund Diesler gehören der Chilene Herman Amenabar, der Slowene Iztor Klenar und der Italiener Leonardo Palumbo dem Vorstand des Verbandes an. Zum Generalsekretär wurde Professor Juan Gómez Benitez aus Spanien bestellt.

Federico Castellucci, Generalsekretär des OIV, der als Gastgeber die Generalversammlung eröffnete, sieht für das neue Präsidium in der kommenden Amtszeit die wichtige Aufgabe, die Berufsbezeichnung und die Aufgaben des Oenologen international festzuschreiben und gemeinsam mit dem OIV in den Statuten des OIV und seiner 48 Mitgliedsländer fest zu verankern.



Klein und fein, der Jahrgang 2011 ist geerntet

Nach fast sieben Wochen wird heute (21. Oktober) die diesjährige Weinlese für die WZG mit der Lembergerlese für unseren Barriquewein im Erligheimer Lerchenberg bei sonnigem Herbstwetter beendet. Mit einem Mostgewicht von 101° Oe und durchweg gesunden, tiefdunklen Trauben haben wir damit einen sehr guten, verheißungsvollen Grundstein für einen Spitzenrotwein gelegt.

Wir krönen damit einen Weinjahrgang und einen Weinherbst, der uns in den letzten Wochen und Monaten viele Sorgen bereitet hat. Mit einer Mostmenge von etwas mehr als 15 Mio. Litern ist der Jahrgang 2011 ähnlich niedrig wie der 2010er und gehört damit zu den kleinsten Jahrgängen der letzten 25 Jahre. Die verheerenden Frostschäden Anfang Mai und ein schwerer Hagelschlag Mitte Juli sorgten für starke Mengeneinbußen bei den roten Burgundersorten Schwarzriesling, Samtrot und Spätburgunder – aber auch die weißen Rebsorten, und hier vor allem der Riesling, waren stark betroffen. Lediglich Trollinger und Lemberger, die in der Regel in den höheren Lagen stehen, wurden weniger geschädigt und brachten normale bis gute Ernteergebnisse.

Aufgrund eines durchgängigen Vegetationsvorsprunges von ca. 2 Wochen begann die Ernte 2011 extrem früh. Bereits am 5. September 2011 wurden die ersten Trauben angeliefert. Bei sehr warmen Tages- und Nachttemperaturen war eine exakt terminierte, selektive Lese notwendig, um die Primäraromen zu schützen. Zu Beginn der Hauptlese ab Mitte September konnte nach der erhofften Wetterberuhigung die physiologische Traubenreife voll ausgenutzt werden.

Bei äußerst ruhigem und trockenem Spätsommerwetter wie aus dem Bilderbuch konnten die Trauben durchweg gesund geerntet werden. Die kühlen Nächte sorgten für eine ideale Aroma-ausprägung und die notwendige Zuckereinlagerung in den Trauben. Besonders unsere wertvollste Rebsorte, der Lemberger, profitierte von diesen idealen Reifebedingungen in den zurückliegenden Wochen. Selten konnten in den letzten 10 Jahren so viele Trauben in Spätlesequalität geerntet werden.

Die ersten bereits vergorenen Weine des neuen Jahrgangs zeigen sich sehr fruchtbetont mit guten Extraktwerten und einer sehr harmonischen Säure. Mit den ersten Abfüllungen des neuen Jahrganges ist allerdings wegen der kleinen Erntemenge erst zu Beginn des Jahres 2012 zu rechnen.

Besonders gespannt sind wir auf die weißgekelterten Weine unserer roten Trauben, die sich bereits während der Vergärung mit vielversprechenden Fruchtaromen präsentieren. Bei den weißen Rebsorten sieht unser erstes Fazit etwas verhaltener aus, zumal wir hier die mengenmäßig größten Einbußen durch Frost und Hagel verkraften müssen. Durch die außerordentlich gute Reifephase vor der Ernte werden sich die Weißweine sehr harmonisch und filigran entwickeln. Die weißen Burgundersorten dagegen präsentieren sich kräftig und dicht.

Die hervorragenden Qualitäten unserer hochwertigen Rotweine, nicht nur beim Lemberger, dürften allerdings auch dabei helfen, die eine oder andere Lücke in unserem Weinsortiment zu schließen. Bei den roten Burgundersorten ragen insbesondere Samtrot und Spätburgunder mit Frucht und Fülle heraus. Der Trollinger hatte zum ersten Mal seit Jahren wieder genügend Feuchtigkeit und Sonne, um seine Stärken voll auszuspielen. Derzeit haben wir noch Trauben in einem größeren Weinberg in Esslingen hängen und sind sehr optimistisch, dort demnächst nach vielen Jahren wieder eine echte Trollinger Spätlese zu ernten.

Der große Gewinner des Jahrgangs dürfte jedoch der Lemberger, unsere wertvollste Rebsorte, sein. Vollreife, gesunde und farbkräftige sowie aromatische Trauben lassen uns wirkliche Spitzenweine erwarten.

Das Finale der Weinlese 2011 konnte damit letztlich vielen durch Frost- und Hagelschäden geschädigten und enttäuschten Weingärtnern doch etwas Trost spenden.

Durch die extrem niedrigen Erntemengen bei Weißweinen und bei Schwarzriesling werden unsere Stückkosten bei diesen Rebsorten deutlich steigen. Aufgrund der ebenfalls steigenden Kosten in den Bereichen Glas, Etiketten, Kartonagen, Personal und Logistik bleibt uns deshalb keine andere Wahl, als unsere Preise zum 01. Januar 2012 selektiv und moderat anzupassen. Wir hoffen hierbei auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung bei der Umsetzung.



Weinherbst 2011 - Kleine Mengen gute Qualität -

Die diesjährige Weinlese hat in Württemberg am 7. September 2011 - und damit so früh wie seit 1976 nicht mehr - begonnen. Für etliche Beobachter war dies nach einem meteorologisch doch sehr verhaltenen Sommer eine kleine Überraschung. Die gemäßigten Temperaturen im Juni und Juli sowie die gute Wasserversorgung boten aber den Trauben hervorragende Wachstums- und Reifebedingungen.

Die qualitativ guten Aussichten werden jedoch in weiten Bereichen des Anbaugebietes Württemberg durch erhebliche Ertragsausfälle getrübt. Der verheerende Spätfrost in der Nacht vom 3. auf 4. Mai sowie ein Hagelschlag am 12. Juli 2011 haben landesweit einen Ertragsausfall von rund 30 % verursacht. Besonders die frühen Sorten Acolon und Portugieser sind mit 70 % Schaden sehr stark betroffen. Bei den roten Burgundersorten Schwarzriesling, Samtrot und Spätburgunder beläuft sich der Ertragsausfall auf 50 % – 55 % und bei den Weißweinsorten Müller-Thurgau, Kerner, Riesling und Silvaner rechnen wir ebenfalls nur mit der Hälfte eines Normalertrages.

Die Witterungsschäden führten darüber hinaus in zahlreichen Weinbergen zu mehreren Traubengenerationen, so dass trotz der geringen Erträge eine selektive Lese mit mehreren Lese-durchgänge in den Weinbergen erforderlich ist, was im Ergebnis zu einem erheblichen Mehraufwand für unsere Weingärtner führt.

Mittlerweile sind alle Frühsorten sowie die weißen und roten Burgundersorten abgelesen und die Befürchtungen einer kleinen Erntemenge, aber auch die Erwartungen hinsichtlich einer hervorragenden Qualität, haben sich bestätigt. Bisher haben wir rund ein Drittel der erwarteten Mengen eingelagert. Die Mostgewichte liegen teilweise deutlich über dem Niveau des Vorjahres bei wesentlich niedrigeren Gesamtsäurewerten.

Das jetzt anhaltende trockene Spätsommerwetter, verbunden mit kühlen Nachttemperaturen beschert unseren Hauptrebsorten Trollinger, Lemberger und Riesling derzeit ideale Reifebedingungen, so dass wir mit sehr optimistischen Qualitätserwartungen in die Hauptlese gehen. Die Trollingerlese steuert in dieser Woche und am kommenden langen Wochenende auf ihren Höhepunkt zu. In der ersten Oktoberwoche wird dann die Hauptlese bei Riesling und Lemberger beginnen. Lediglich bei Trollinger und Lemberger können wir mengenmäßig eine normale Ernte erwarten.

Die aktuelle Witterung lässt einen weiteren ruhigen Herbstverlauf erwarten, so dass mit dem Abschluss der Hauptlese ca. Mitte Oktober gerechnet werden kann.



62. ordentliche Generalversammlung - Jahresbericht 2010 der WZG Möglingen e. G. und WSG Möglingen GmbH

Presse-Information
62. ordentliche Generalversammlung
am 15. Juni 2011
Bürgerhaus Möglingen

Jahresbericht 2010
WZG Möglingen e. G.
WSG Möglingen GmbH


Schwieriges Marktumfeld

Das Gesamtmarktvolumen für Wein in Deutschland ist 2010 zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Bei einem mengenmäßigen Rückgang von 0,7 % betrug der wertmäßige Rückgang 2,9 %. Diese Entwicklung unterstreicht, wie hart der deutsche Weinmarkt nach wie vor umkämpft ist.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund des erklärten Zieles, der Preisstabilität absoluten Vorrang einzuräumen, um ein weiteres Absinken der Erzeugerpreise zu verhindern, haben wir im Geschäftsjahr 2010 leichte Absatz- und Umsatzverluste hinnehmen müssen. Dabei behaupteten unsere Rotweine nach wie vor ihre dominante Stellung. Die Ertragsziele wurden erreicht.

Der Weinmarkt

Nach den jüngsten Schätzungen der OIV haben sich die Weinüberschüsse auf den internationalen Weinmärkten trotz der kleinen Ernte 2010 nicht signifikant verändert. So sinken zwar die bestockten Rebflächen innerhalb der EU nochmals um 64.000 ha auf 3,63 Mio. ha, bei gleichbleibenden Weinanbauflächen außerhalb der EU wird jedoch dieser Rückgang durch gleichzeitig sinkenden Konsum ausgeglichen.

In Europa klaffen Produktion und Konsum in den ersten 15 Ländern der EU um rund 23,1 Mio. hl auseinander. Weltweit beträgt die Differenz 23,7 Mio. Liter.

Nach den Marktforschungsdaten der GfK musste der deutsche Wein in einem rückläufigen Gesamtmarkt (Menge – 0,7 % / Wert – 2,9 %) überproportionale Verluste hinnehmen. Der mengenmäßige Rückgang deutscher Weine betrug 5,0 %, der wertmäßige Rückgang 5,7 %.

Der Durchschnittspreis für die im Lebensmittelhandel gekauften Weine fiel im Vergleich zu 2009 um 2 Cent je 0,75 Literflasche auf EUR 1,89; für deutsche Weine wurden durchschnittlich EUR 2,07 je 0,75 Literflasche (2009: EUR 2,11) ausgegeben. Auch das Anbaugebiet Württemberg musste dieser Entwicklung Tribut zollen. Für Württemberger Weine wurden 2010 im LEH durchschnittlich EUR 2,85 je 0,75 Literflasche (2009: EUR 2,88) bezahlt. Der Preisdruck resultiert vor allem aus dem Preiseinstiegsbereich von Weißweinen und Rotweinen.

Absatzentwicklung

Durch die nicht verfügbaren Weißweine im Jahresendgeschäft 2010 und gleichzeitig abnehmende Discountliefermengen ist der Eigenabsatz der WZG um 4 % zurückgegangen. Auch der Absatz der für die Primärgenossenschaften vermarkteten Weine war in gleicher Größenordnung rückläufig, wobei die Hälfte des Absatzrückganges auf einen Sondereffekt entfiel, da bei einem Fachhandelskunden die zentrale Verrechnung wieder auf direkte Verrechnung umgestellt wurde. Diese Umsätze sind deshalb nicht verloren gegangen, sondern werden lediglich von den Primärgenossenschaften direkt abgerechnet.

Im Markenweingeschäft hat sich unser nationales Rebsortensortiment in der 0,75 Literflasche mit einem Zuwachs von 372.600 Flaschen bzw. 13 % auf 3,24 Mio. Flaschen erneut als Erfolgsfaktor bestätigt. Die Serie Edition Gourmet ist hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben, weil es nicht gelang, den Konsumenten den qualitativen Unterschied, der sich in einem Preisunterschied von rund 60 Cent pro Flasche niederschlägt, zu vermitteln. Wir haben deshalb die Serie Edition Gourmet einem umfassenden Relaunch unterzogen.

Auf der Erfolgsspur ist dagegen unsere Produktlinie SÜSS & FRUCHTIG. Nach der Testmenge von 200.000 Flaschen in 2009 wurde im Jahr 2010 mit 673.000 Flaschen nahezu die 3,5-fache Menge abgesetzt. Für das laufende Jahr planen wir eine Verdoppelung dieser Absatzmenge.

Hauptumsatzträger blieb jedoch nach wie vor die Literflasche mit einem Absatzanteil von 68 %. Das Rot-/Weißverhältnis belief sich auf 75 % Rotwein und 25 % Weißwein. Wir raten aus diesem Grund entschieden von weiteren Umstellungen von Weißweinsorten auf rote Rebsorten ab.

Umsatzentwicklung

Die von unserem Hause verantworteten Umsätze sind bei deutlich gestiegenen Durchschnittserlösen um 2,2 % gefallen und lagen bei EUR 85,4 Mio. Die Marktentwicklung hat vor allem im Rotweinbereich weitere und dringend notwendige Preiserhöhungen nicht zugelassen.

Der Absatz von WZG-Weinen außerhalb Württembergs liegt nunmehr bei 58 %. Von den Weinen der Primärgenossenschaften, die im LEH vermarktet werden, finden rund ein Viertel außerhalb Würt-tembergs ihren Weg zu den Verbrauchern.
In den ersten 5 Monaten des laufenden Geschäftsjahres befinden wir uns sowohl mit Absatz als auch mit Umsatz wieder auf Wachstumskurs. Hierzu tragen vor allem unsere Markenlinien mit zweistelligen Zuwachsraten, aber auch gestiegene Discountumsätze bei.

Bilanzstruktur

Das Anlagevermögen ist von EUR 13,5 Mio. auf EUR 15,1 Mio. angestiegen. Aufgrund der in 2010 begonnenen Erneuerung des Kleingebindekellers lagen die Investitionen mit EUR 3,0 Mio. deutlich über dem Vorjahr. Der Wert der Weinbestände betrug EUR 47,4 Mio. und liegt infolge wesentlich geringerer Bestandsmengen unter Vorjahr. Aufgrund eines im Vergleich zum Vorjahr schwachen Jahresendgeschäftes gingen die Forderungen stichtagsbedingt auf EUR 14,5 Mio. zurück. Die Bilanzsumme verringerte sich ebenfalls bestandsbedingt auf EUR 89,8 Mio.

Auf der Passivseite konnte das Eigenkapital weiter gestärkt werden. Es beträgt nunmehr EUR 27,6 Mio. und liegt EUR 700.000 über dem Vorjahr. Der Bilanzgewinn in Höhe von EUR 692.000 ist darin enthalten.

Die Summe der Rückstellungen und Verbindlichkeiten beträgt EUR 62,2 Mio. und hat sich erntebedingt gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Im Berichtsjahr wurde der Jahrgang 2007 endgültig abgerechnet. Die Weingeldzahlungen erfolgten wie bisher vierteljährlich, das Gesamtauszahlungsvolumen lag leicht über dem Planwert. Die Durchschnittserlöse konnten durch eine konse-quente Preis- und Qualitätsstrategie leicht verbes-sert werden. Sie reichen allerdings nicht aus, um die vor dem Hintergrund des kleinen Herbstes 2010 überproportional steigenden Stückkosten auszugleichen.
Die Vermögens- und Finanzlage sind geordnet.

Weinherbst 2010

Das Weinjahr 2010 war von vielen Besonderhei-ten geprägt. Nach einem relativ späten Austrieb führte eine Kaltwetterperiode während der Blüte zu einer deutlich verlängerten Blütezeit mit starken Verrieselungen und einem ungleichmäßigen Fruchtansatz. Ungünstige Witterungsverhältnisse während der Reifephase führten dann zu einem hohen Botrytis-Druck. In Summe führten diese Faktoren zur kleinsten Erntemenge seit 1985.

Die Einlagerungsmenge betrug 15,03 Mio. Liter und lag 32 % unter Vorjahr sowie 38 % unter dem langjährigen Mittel. Auf Rotweine entfielen 72,4 %, Weißweine hatten einen Anteil von 23,2 % und auf Schillerweine entfielen 4,4 % der Einlage-rungsmenge.

Das Durchschnittsmostgewicht lag mit 81,3º Öchsle nur 2,4º Öchsle unter dem Vorjahr. 85 % wurden als QbA-Weine, 14 % als Kabinett-Weine, 1 % als Spätlesen eingelagert. Krönender Abschluss des Herbstes 2010 war die Ernte einer roten Beerenauslese der Rebsorte Cabernet Dorsa.

Zukunftssicherung

2011 steht der kontinuierliche Distributionsausbau in den Absatzgebieten außerhalb des Kernabsatzgebietes im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. Dazu werden wir die Betreuung der Verkaufsflä-chen im selbstständigen Einzelhandel durch unsere festangestellten Mitarbeiter und Handelsagenturen weiter intensivieren.

Der Gewinnung jüngerer Konsumentenschichten dienen Ausbau von Absatz und Distribution unserer überaus erfolgreich positionierten Weinlinie SÜSS & FRUCHTIG.

Mit einer umfassenden Neupositionierung unserer Serie Württemberg Edition Gourmet sowohl in der Weinstilistik als auch von der Anmutung und vom Erscheinungsbild wollen wir uns in der Preiskategorie zwischen EUR 4,- und EUR 5,- je 0,75 Literflasche erfolgreich positionieren.

Die Sanierung unseres Kleingebindekellers und die Erneuerung der über 50 Jahre alten Stahltanks dienen einer konsequenten Weiterentwicklung unserer Qualitätsphilosophie und der Optimierung der Produktionsprozesse. Gleichzeitig tragen wir damit dem Gebot der Substanzerhaltung Rechnung.

WSG Möglingen

In der konsolidierten Bilanz sind die Geschäftsbe-reiche Flaschenreinigung, EDV-/Verwaltungsdienstleistungen, Weinexportkontor, Neuglashandel und Sektgrundweinhandel zusammengefasst. Der Umsatz liegt mit EUR 12,5 Mio. rund 6 % unter dem Vorjahr. Das positive Ergebnis wird maßgeblich durch das Kerngeschäft Flaschenreinigung und EDV/Verwaltungsdienstleistung erwirtschaftet.

Die Geschäftsfelder Neuglas- und Sektgrundweinhandel sind von strategischer Bedeutung, haben jedoch keinen Einfluss auf die Ertragslage. Die Spültätigkeit war erneut rückläufig. Insgesamt wurden 40,2 Mio. Flaschen und damit 3,9 % weniger gespült und sortiert als im Jahr 2009. Die Ursachen liegen eindeutig in den strukturellen Veränderungen des Marktes. Deshalb erwarten wir einen weiteren Rückgang des Mehrweganteils.

Das Bilanzergebnis beläuft sich auf EUR 601.000 und liegt durch die rückläufigen Spülmengen zwar unter dem Vorjahr, jedoch auf Höhe des prognostizierten Planwertes.

Schlussbetrachtung

Der Start in die zweite Dekade des 21. Jahrhunderts war für die heimische Weinwirtschaft wenig verheißungsvoll. Der Herbst 2010 mit der kleinsten Erntemenge seit 25 Jahren und die verheerenden Spätfrostschäden von Anfang Mai mit einem Ertragsausfall von vermutlich 40 % stellen die gesamte Württemberger Weinwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerbs- und Preisdruck aus dem Ausland noch einmal verschärft. Aufgrund unserer Bestandslage sehen wir uns gut gerüstet, diese Situation für die genossenschaftliche Weinwirtschaft in Württemberg zumindest im Rotweinsegment zu überbrücken und damit die Marktposition Württemberger Weine im Handel zu halten.

Es gilt jetzt, gemeinsam mit unseren Absatzmittlern Konzepte zu entwickeln, die ein Abwandern der Konsumenten zu anderen Herkünften verhindern. Vor dem Hintergrund der Lebensmittelkrisen der vergangenen Monate sehen wir aber auch ein wachsendes Interesse der Verbraucher an Produkten, deren Herkunft und Entstehung nicht nur nachvollziehbar, sondern auch transparent ist. Hierzu leistet die genossenschaftliche Weinwirtschaft durch ihre gläserne Produktion einen wichtigen Beitrag.


Für weitere Informationen:

Dieter Weidmann Tel. 07141 4866-65
Wolfgang Ziegelbauer Tel. 07141 4866-22

Möglingen, 14. Juni 2011



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